Hilflos

Au weia :-(

So richtig fällt mir zu dem, was wir da am Samstag gesehen haben, nichts ein. Ich versuchs trotzdem mal …

Zunächst gibt es eine positive Veränderung. Während die Roten am Abstieg arbeiten, sind wir Mädels aufgestiegen. Vom Unterrang in den Rote Kurve-Block, um genau zu sein. Ist weniger zugig da, die Sicht ist besser, und die Leute sind nett. Ein Herzliches Willkommen an dieser Stelle noch mal an die Neu-Mädels Astrid und Anja!

Vom Spiel selbst kann man leider nichts Positives vermelden, auf dem Platz ging dermaßen wenig zusammen, dass Cora und ich uns schon als Aushilstrainer anbieten wollten. Für den Anfang schlagen wir ein paar kleine Motivationsübungen vor:

“Hier bin ich!” - Auffinden der Mitspieler auf dem Platz. Mario Eggiman bekommt zusätzlich ein eigenes GPS, damit er sich auf dem Platz nicht verläuft.

“Mein Ball gehört mir!” - Durchsetzen im Zweikampf.

“Tempo Tempo!” - schneller laufen mit und ohne Ball.

“Ich trau mich endlich!” - Zielübungen aufs Tor. Nicht das von Fromlowitz, das können sie schon.

Aber vielleicht haben wir ja auch Glück und die Vereinsführung von 96 ein Einsehen. Es nützt nichts, das Trikot mit der Nr. 1 vom Stadiondach abzuhängen, damit die Mannschaft unbelastet von Roberts Tod Fußball spielt. Das ist (wohlwollend gedacht) genauso hilflos wie das, was das Team zur Zeit auf dem Platz abliefert. Glaubt wirklich jemand, dass den anderen Spielern der Freund, das Vorbild, der Führungsspieler so weniger fehlt? Wer soll diese Lücke denn ausfüllen, wenn diejenigen, die am längsten in der Mannschaft spielen, gerade überhaupt nicht in der Lage sind, den anderen Selbstvertrauen zu geben und sie mitzureißen?

Wir ziehen uns erst mal für Mainz warm an, es soll ja wieder schneien. Und nehmen genug warme und kalte Getränke mit. Und versprechen Trainer Bergmann einen Waldmeister-Wodka, wenn er den gegen Mainz leider gesperrten Schulz wieder in der Verteidigung spielen lässt.

In diesem Sinne

Cheers!

Bäume, Kreuzungen, Schnee und noch vieles mehr!

2 Samstage hintereinander ohne Fußball…. Langeweile droht. Was macht man da? Richtig, man schnappt sich Bollerwagen, Schlitten, ordentlich Verpflegung und ignoriert die Unwetterwarnungen und stapft in der Eilenriede durch den Schnee einer Holzkugel hinterher. ;-) Von Daisy war kaum etwas zu spüren, der umkippende Baum sorgte am Anfang zwar für etwas Unruhe, aber so leicht lassen wir uns ja nicht einschüchtern, gell. ;-) Schön wars jedenfalls. Ich weiß zwar nicht mehr, welchen Platz wir eigentlich gemacht haben, aber irgendwie ist das ja auch total egal, oder? Bilder vom Nachmittag gibt es auch.

Gemischte Gefühle

Gebucht hatten wir die Fahrt nach Schalke als Ausflug mit Freunden im Partybus, dass es das erste Spiel nach Robert Enkes Tod werden würde, hätte sich wohl niemand vorgestellt. Und wir wären wohl auch nicht mitgefahren, wenn wir nicht gewusst hätten, dass wir umgeben von Freunden sein würden, die genau wie wir fühlen.

Letztendlich findet ohnehin jeder seinen eigenen Weg, mit der Trauer und dem Gefühl des Verlustes umzugehen. Es half, sie im Stadion herauszuschreien, oder durch lautes Singen zu übertönen. Oder ganz einfach offen zu zeigen, es gab wohl niemanden, der dafür kein Verständnis gehabt hätte. Und sich dabei mit der Mannschaft auf dem Platz verbunden zu fühlen, die großartig gespielt hat. Allen voran Florian Fromlowitz, der sicherlich die schwerste Aufgabe hatte. Und mit Arnold Bruggink mitzufühlen, der nach dem Abpfiff ein Interview geben sollte und dazu ebensowenig in der Lage war, wie ich dazu, in der letzten Viertelstunde mitzusingen.

Und es hilft auch, einfach wieder zu lachen. Über “LTR” und die “TP”, deren Gebrauch ich mir immer noch nicht wirklich in der Praxis vorstellen kann, ohne hysterisch zu kichern. Das Leben geht weiter, auch was den Fußball betrifft.

Danke an alle, die in Schalke dabei waren. Wir sehen uns am Sonntag gegen die Bayern.

Wir trauern

Es ist schwer, Worte für etwas zu finden, das so unfassbar ist.

Mit Robert ist jemand plötzlich nicht mehr da, der uns natürlich als Torwart, aber in allererster Linie immer als Mensch beeindruckt hat. Jemand, der nicht nur auf dem Fußballplatz herausragend war, sondern trotz der Schicksalsschläge in seinem Leben nicht aufgegeben hatte. Ein Vorbild, im mehrfachen Sinn.

Sein Tod ist ein Schock, gerade weil er immer dafür stand, dass Fußball eben nicht nur fröhliches Biertrinken ist, während unten auf dem Rasen die gut bezahlten Kicker dem Ball hinterher rennen. Ich erinnere mich noch gut an die Ehrenrunde nach dem Saisonfinale gegen Leverkusen, die er mit seiner todkranken kleinen Tochter auf dem Arm bestritt. Verglichen mit solchen Momenten erscheint es absurd unwichtig, ob der Schiedsrichter irgendein Foul nicht pfeift oder die Mannschaft auswärts Punkte verschenkt.

Fußball ist bloß ein Spiel, aber die Trauer um einen Menschen, der uns viel gegeben hat und Sympathiefigur für alle war, ist sehr real. R.I.P Robert, wir werden dich vermissen.