Tage des Frusts

Wie Steffi letzte Woche schon schrieb, so schlimm ist es vielleicht nicht in der 2. Liga, das hilft aber nicht wirklich bei dem Frust, den man in diesen Tagen so in sich hat. 96 geht gnadenlos und ohne Gegenwehr unter und selbst Optimisten wie ich kommen allmählich an ihre Grenzen. Ungläubig starrt man jedes Wochenende von der Fankurve aus auf das Spielfeld und …. tja. Man kann verlieren, aber so, wie sich die Mannschaft bei den letzten Spielen vorführen lässt und einfachste Spielzüge zu schwer erscheinen…. glaubt die Mannschaft noch an sich? Es macht nicht den Eindruck.

Und trotzdem oder gerade deswegen werden wir am nächsten Sonntag das Team gegen die Betriebssportgruppe aus Wolfsburg unterstützen.

Wer kämpft kann siegen, dieser Spruch steht auf den Autogrammkarten aus der Saison 2006/2007.  Also Hannover 96: KÄMPFEN UND SIEGEN!

Aus lauter Frust habe ich heute Bilder von der bis auf das Spiel äusserst unterhaltsamen Fahrt nach Dortmund und Anjas Bilder vom Bosseln geuploadet. Hat also auch was gutes.

2. Liga ist gar nicht so schlimm …

… man muss doch auch mal das Positive sehen!

1. Wir könnnen - so wie das derzeit aussieht - weiter auswärts nach Berlin fahren.

2. Wir lernen viele neue Stadien in uns bislang unbekannten Ecken Deutschlands kennen. Immer nur Schalke Dortmund Hoffenheim ist doch langweilig.

3. Wir können weiter ohne Interessenkonflikt unsere St. Pauli-Shirts tragen, weil beide Mannschaften nicht direkt gegeneinander spielen.

4. Wir müssen in der nächsten Saison NICHT gegen Bremen spielen.

5. Überhaupt werden die Dauerkarten billiger.

6. Samstags kann man sich endlich wieder mit seinen Fußball-abstinenten Freunden verabreden, weil nicht mehr automatisch Spieltag ist.

7. Keine Überstunden am Montag oder Freitag: “Geht nicht, Chef, muss gleich ins Stadion”.

8. An den Wochenden ist Brunch statt Bratwurst in der AWD-Arena, dazu gibt es dann Kaffee und Nutellabrötchen.

9. Wir müssen uns nie wieder über Mike Hanke aufregen.

10. Und über “Söldner” auch nicht mehr.

Mal ehrlich, wer schielt bei solchen Aussichten noch auf den Relegationsplatz?

In diesem Sinne
Wir sehen uns montags im Stadion!

5 vor 12 oder Prinzip Hoffnung

Eigentlich hätte an dieser Stelle längst der Bericht zum Nürnberg-Spiel stehen sollen, allerdings war das so unerfreulich, dass die Kommentare doch eher deprimierend ausgefallen wären. Es lag nicht an uns Fans, wir haben brav gesungen und unseren Verein durch den Kauf diverser Handschuhe ausreichend gesponsort. Beim Spiel selbst wurde uns trotzdem lausig kalt, was nicht nur am Wetter lag. Wenn uns während des Spiels kein Spieler erfallen wollte, den man sinnvoll hätte einwechseln können und wir beim Schlusspfiff praktisch aus dem Stadion geflüchtet sind, sagt das eigentlich fast alles. Anschließende Trostmaßnahmen wie Essen kochen (Chilinudeln mit Schafkäse) und ein Sprung in die warme Badewanne waren da unverzichtbar.

Immerhin schien es der Vereinsführung ähnlich ergangen zu sein, und so schritt man nach dem Last-Minute-Trainerwechsel nun zum 5-Minuten-vor-Ablauf-der-Transferfrist-Spielerkauf. Geleast wurden ein brasilianischer Mittelfeldspieler als Ersatz für den völlig indisponierten Bruggink und ein Stümer der Elfenbeinküste als Ersatz für - nun ja. Die Idee, die Nationalmannschaft der Ivorer komplett einzukaufen hatten Cora und ich ja schon zu Saisonbeginn. Hoffentlich ist dieser haltbarer ;-)

Erste Lebenszeichen waren dann auch schon trotz des Ergebnisses in Hoffenheim zu beobachten. Wo die morgendliche Begrüßung unter 96-Fans am Montag bei der Arbeit in den letzten Wochen ein eher tonloses “Scheiße … lass uns nicht mehr drüber reden” war, keimt jetzt ein zartes Pflänzchen nicht mehr für möglich gehaltenen Optimismusses: “War nicht so schlecht”, “Der Neue ist schnell(!)”, “Vielleicht reichts ja doch noch”. Eben. Und schon dafür lohnt es sich, am Samstag durch den Schnee ins Stadion zu stapfen. Wenns sein muss, kaufen wir auch noch mehr Handschuhe.

In diesem Sinne
Helau und Alaaf!

Ein Hase saß im tiefen Tal …

So oder so ähnlich könnte man den derzeitigen Zustand der Roten beschreiben. Kein Selbstvertrauen, nutzloses Hakenschlagen auf dem Platz und am Ende schmeckt’s nur dem jeweiligen Gegner. Damit sich das wieder ändert, machten wir uns am Samstag in aller Herrgottsfrühe (8 Uhr ist wirklich eine fiese Zeit!) auf in die Karnevalshochburg Mainz.

Als Special Guest hatten wir diesmal Daniel dabei, der irrtümlich dachte, er hätte die Fahrt von Maren und Dressi zum Geburtstag geschenkt bekommen und nicht mal misstrauisch wurde, als er als einziger zwei Plätze belegen durfte – schließlich mussten das Bier und der mitgebrachte Proviant noch irgendwo untergebracht werden. Und verteilt werden, was der frischgebackene Catering-Fachmann dann auch souverän erledigte. Das qualifiziert für weitere Fahrten mit dem Notbremse-Bus!

Wir anderen ließen es locker angehen, erst mal ein Bierchen, dann eine Blätterteigtasche, dann einen Wodka-Waldmeister – und dann laut Pause schreien, weil der Bus bei deutlichen Minustemperaturen ohne Bordklo auskommen musste. Immerhin haben wir so sämtliche Raststätten auf der A7 kennengelernt und könnten die gesammelten Bons locker gegen einen Präsentkorb eintauschen ;-)

In Mainz wurden wir freundlich empfangen und durften entgegen aller Gerüchte bei der Einlasskontrolle die Schuhe anbehalten. Im Stadion selbst war es bis zur 5. Spielminute nett, weil immerhin 5 Grad wärmer als in Hannover, und dann wie immer frustbierlastig. Und Neuzugang Durica darf in seiner dreiwöchigen Verletzungspause mal darüber nachdenken, warum man keine Pässe vor eigenem Tor und gegnerischem Stürmer spielen sollte.

Der Rest der Truppe hätte im Arbeitszeugnis irgendwas von „war stets bemüht“ stehen gehabt. Es nützt nichts, wenn man mehr Ballbesitz, gewonnene Zweikämpfe und Eckbälle als der Gegner hat, wenn trotzdem der Ball nicht mal ansatzweise Richtung Netz fliegt. Und jeder Rückstand eigentlich schon ein verlorenes Spiel bedeutet, weil nach vorne einfach gar nichts geht.

Einen so drögen Spielstand wie das 1:0 hatte dann am Ende auch NIEMAND bei Fiestas Quiz getippt. Und die Gesangsdarbietungen der Preisgewinner ließen auch nichts Gutes erahnen, da war schon eine große Portion Galgenhumor dabei. Wie gut, dass wenigstens der Bordservice stimmte. Marens Wodka-Kirsch erwies sich als gute Alternative zur grünen Variante, und Bier schmeckte sowieso immer! Selbst Cora ;-)

Für den Rest sorgten Bud Spencer und der spontane Chor, der sich im hinteren Teil des Busses zusammenfand. Und so begeistert von der eigenen musikalischen Darbietung war, dass prompt nach der Ankunft in Hannover auch Anjas Nachbarn noch daran teilhaben durften :-D

Wir sehen uns beim holly polly doodle am Samstag im Stadion!