Ein Schritt vor, drei Schritte zurück
Englische Wochen haben einen entscheidenden Nachteil, man kommt mit dem Schreiben nicht mehr nach. Mit der Tippabgabe auch nicht, aber das hat Maren ja zum Glück noch gerettet. Auch wenn es nichts genutzt hat, ich liege immer daneben.
Das Unentschieden gegen Bremen kam nach dem Spiel in der letzten Saison nicht völlig unerwartet, auch wenn die Zahl der Tore mal kleiner als 7 war. Trotzdem war es ein spannendes Spiel zweier Mannschaften, die aufgrund ihrer Defensivschwächen konsequent nach vorne spielten. Doch doch, auch die stark umgestellte Mannschaft von 96, auch wenn spiegel-online das mal wieder ganz anders sah und die Schlussoffensive der Hannoveraner wie üblich komplett ignorierte.
Alles in allem ein kurzweiliges Ereignis bei schönstem Wetter, nur der Linienrichter unter uns hätte dringend eine Sonnenbrille gebraucht. Auch die Bremer Fans hielten sich mit der traditionellen Selbsträucher-Einlage bis zur zweiten Halbzeit zurück und zeigten stattdessen eine hübsche Choreographie. Das sollte eigentlich ein Ansporn sein, sie in der Rückrunde im Bremer Stadion mit ähnlichem zu erfreuen. Und nicht bloß die Punkte dazulassen, womit wir dann schon beim Mittwochsspiel angekommen wären …
Himmel hilf. Dem Premiere-Kommetar sei Dank, jetzt wissen wir, was ein Reporter darunter versteht, wenn sich “zwei Mannschaften gegenseitig neutralisieren”. Ein ödes Gekicke ohne nennenswerte Torchancen, das lange verdächtig nach einer Nullnummer aussah. Wir wendeten uns dann auch lieber Marens selbstgekochtem Chili zu, das im Gegensatz zum faden Spiel extrem schmackhaft mit der richtigen Schärfe war.
Über das Spiel selbst braucht man nicht viel sagen, was gegen Bremen gut war (Huszti! Einsatz! Pässe!) fand in Berlin praktisch nicht statt. Geradezu exemplarisch der Kommentar von Maren, als die Kamera Ende der ersten Hälfte auf Forssell schwenkte: “War der vorher schon mal im Bild?” Nein, und später leider auch nicht. Es kam wie es kommen musste, Hannover geriet in Rückstand, und das war es dann. Es wirkte geradezu wie ein Akt der Verzweiflung, als Hecking alles einwechselte, was noch an potentiellen Torschützen auf der Bank saß - Schlaudraff, Hanke, Stajner - irgendein Konzept außer “vielleicht trifft ja irgendwer” war nicht erkennbar.
Sollte sich das am Samstag gegen den HSV so fortsetzen, können wir die Tipprunde um die Frage nach Heckings Nachfolger erweitern. Einer kommt dafür allerdings nicht mehr in Frage - Diego Maradona ist neuer Nationalcoach von Argentinien. Schade, sowas wie die Hand Gottes bräuchten wir im Moment dringend ![]()
